Fair Trade und kbA Baumwolle

Fair Trade und kbA Baumwolle

 

Fair Trade und Baumwolle aus kontrolliert-biologischem Anbau (kbA)

HängemattenGlück – ein Name der Programm sein soll; Programm für jeden, der gern in einer Hängematte schaukelt und entspannt; Programm aber auch für all jene, die an der Produktion unseres Wohlfühlproduktes beteiligt sind und die ihren Lebensunterhalt damit verdienen. Wir möchten gewährleisten, dass bei der Herstellung unserer Hängematten und Hängesitze die Gesundheit von Mensch und Natur erhalten werden und dass für alle Mitglieder der Produktionskette faire Arbeitsbedingungen und ein fairer Lohn sichergestellt sind. Darum werden unsere Produkte ausschließlich aus Baumwolle aus kontrolliert-biologischem Anbau hergestellt. Und darum haben unsere Produkte ein GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard), damit die Herstellung auch dort, wo wir nicht persönlich vor Ort sein können, nachweislich fair bleibt.

kbA Baumwolle

Baumwolle kommt ursprünglich aus den Tropen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Mittlerweile wird in über 80 Ländern auf der ganzen Welt Baumwolle angepflanzt, zu mehr als 99% in konventioneller Landwirtschaft. Baumwolle braucht viel Wasser, aber starke Regenfälle können der Ernte schaden, weil die Knospen sich mit Wasser vollsaugen können. Daher wird Baumwolle gern in Trockengebieten angebaut, wo sie dann aber stark bewässert werden muss. In den Anbaugebieten kommt es dann häufig zu einer Senkung oder Belastung des Grundwasserspiegels und zu Trinkwasserknappheit in der Bevölkerung. Die Böden versalzen durch die Überwässerung, die Ernteerträge sinken. Durch den monokulturellen Anbau der Baumwolle verschwinden vielen andere Pflanzen und Tiere, die wichtig sind für das ökologische Gleichgewicht. Es kommt zu Verlust von Bodenfruchtbarkeit. In Wärme und Feuchtigkeit entstehen Krankheiten und Schädlinge. Um diese zu bekämpfen und hohe Erträge zu sichern, werden hohe Mengen Pestizide eingesetzt, die in Europa teilweise schon längst verboten sind, die sich weiterhin negativ auf Beschaffenheit und Lebewesen des Bodes auswirken. Der größte Anteil der Bauern leben in Entwicklungsländern. Oft fehlen ihnen die Bildung und die Möglichkeiten sich zu schützen und so kommen sie täglich ohne Schutzkleidung mit den Chemikalien in Berührung. Auch in den weiterverarbeitenden Fabriken sind die Arbeiter und Arbeiterinnen ständig Chemikalien ausgesetzt. Diverse gesundheitliche Beschwerden sind die Folge der Vergiftungen, wie Schwindel, Atemnot, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, Krebs, Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Lunge und des zentralen Nervensystems. Nach Schätzungen der WHO vergiften sich bei Unfällen mit Spritzmitteln jedes Jahr weltweit 500.000 bis zwei Millionen Menschen, etwa 40.000 davon tödlich. Bis zu 20.000 Menschen sterben jedes Jahr allein durch Pestizide im Baumwollanbau. Darüber hinaus geraten die Chemikalien ins Grundwasser und auf benachbarte Felder und gelangen so in die Nahrung der Menschen. In Großbetrieben wird maschinell geerntet. Dazu werden die Felder zuvor mit chemischen Entlaubungsmitteln besprüht, sodass die Maschinen leichter ernten können. Rückstände der Chemikalien finden sich noch in unserer Kleidung.

Baumwollbauern in den USA und Europa erhalten hohe Subventionen für den Anbau. Dadurch wird der Weltmarktpreis künstlich niedrig gehalten; ein ungleicher Wettbewerb entsteht. In den Entwicklungsländern verschulden sich die Bauern hoch, um Pestizide und Saatgut zu kaufen. Der Einzug von genmanipulierter Baumwolle verstärkt dieses Phänomen noch. Das Saatgut ist teurer und die Pflanzen können nur einjährig angebaut werden, denn die Samen sind keimunfähig. Im nächsten Jahr müssen die Bauern neues Saatgut kaufen. Die Genpflanzen sind zwar resistenter gegen bestimmte Schädlinge, dafür werden aber bald sekundäre Schädlinge zum Problem, die gegen die von den Pflanzen produzierten Gifte resistent sind. Auch sind die Pflanzen oft empfindlicher gegen Umwelteinflüsse. Neue und teurere Pestizide müssen her. Die Bauern werden abhängig von den großen Konzernen, von denen sie Saatgut und Pestizide beziehen. Ihre Schulden wachsen. Laut Münchner Umweltinstitut haben sich seit 1997 200.000 Bauern das Leben genommen, weil sie keinen Ausweg aus der Schuldenspirale finden konnten. Jährlich fallen davon allein auf Indien ca. 20.000 Selbstmorde ab. Die Familien bleiben praktisch mittellos und hochverschuldet zurück.

Ziel des kontrolliert-biologischen Anbaus ist es, die Belastung mit Schadstoffen für Mensch, Natur und das Endprodukt so gering wie möglich zu halten. Durch die strenge Einhaltung der folgenden Richtlinien kann dies gewährleistet werden. Beim kontrolliert-biologischen Baumwollanbau wird auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet und der Einsatz von genmanipuliertem Saatgut ist verboten. Zum Düngen wird Mist und Kompost verwendet. Durch Fruchtwechsel im Anbau werden Monokulturen vermieden. Der Boden wird weniger belastet und bleibt gesund, fruchtbar und lebendig. Durch die gleichzeitige Aussaat verschiedener Pflanzen werden Insekten angezogen, die den Befall der Pflanzen durch Baumwollschädlinge verhindern. Ein natürliches Ökosystem wird bewahrt. Wo konventionelle Baumwolle zumeist künstlich bewässert wird, wird im kontrolliert-biologischen Anbau vor allem auf Regenfeldbau gesetzt. Wo nicht genügend Regen fällt, wird auf Bewässerungsmethoden zurückgegriffen, die ökologisch nachhaltiger sind, wie zum Beispiel Tröpfchenbewässerung. Auch kann der Boden durch seinen hohen Humusanteil mehr Wasser speichern als im konventionellen Anbau. So wird beim Anbau von Biobaumwolle weit weniger Wasser verbraucht. Zwar erfordert diese Form des Baumwollanbaus mehr Know-how und die Erträge sind generell etwas geringer als beim konventionellen Anbau, andererseits können die Bauern für ihre Ware auf den Märkten bessere Preise erzielen. Sie sind nicht abhängig von Pestiziden und Saatgut von Großkonzernen, denn sie können auf ihr eigenes Saatgut zurückgreifen und düngen natürlich. Sie fallen nicht in die Schuldenspirale, die so viele konventionelle Baumwollbauern in den Suizid treibt. Und noch ein Vorteil, der den Verbraucher freuen darf: Bei der manuellen Ernte wird sauberer geerntet als bei der maschinellen Ernte, die sich oft im konventionellen Anbau findet, und die Baumwolle ist oft von besserer Qualität, weil ihre langen Fasern - im Gegensatz zur maschinell geernteten kurz- oder mittelfaserigen Baumwolle - geschmeidig und belastbarer sind.

Die Begriffe „Bio“ und „aus kontrolliert-biologischem Anbau“ sind geschützt. Ob ein Produkt das Label verdient hat, wird regelmäßig streng geprüft. Dadurch ist gewährleistet, dass man sich als Verbraucher auf das Label verlassen kann. Unsere Hängematten und Hängesitze werden aus reiner Biobaumwolle aus und in Indien angefertigt und nur mit einer Handvoll Mitteln behandelt, die nach strengen Vorgaben vom GOTS (Global Organic Textile Standard) geprüft und für Biotextilien zugelassen sind.

Für weitere Infos: Umweltinstitut München e.V. (www.umweltinstitut.org), WHO (www.who.int)

Fairer Handel

Nur Bio ist fair. Dennoch ist bei Bio nicht immer alles automatisch fair. Zwar wirkt sich die Wirtschaftsweise positiv auf das Leben der Bauern aus, aber eine Garantie für faire Arbeitsbedingungen und fairen Handel ist sie noch nicht. Hierfür gibt es weitere Siegel, wie beispielsweise GOTS (Global Organic Textile Standard), das Fairtrade-Siegel von FLO (Fairtrade International) oder das Gütesiegel der WFTO (World Fair Trade Organization) für Fair-Handels-Organisationen.

Unsere Hängematten und Hängesitze sind GOTS-zertifiziert. GOTS ist ein Handelsstandard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern, der weltweit anerkannt ist. Er definiert umwelttechnische Anforderungen sowie Sozialkriterien, die entlang der gesamten Produktionskette eingehalten werden müssen. Produkte und Betriebe werden alljährlich genau auf die Einhaltung dieser Anforderungen geprüft. Ziel dieses Standards ist es, Anforderungen zu definieren, die eine nachhaltige Herstellung von Textilien gewährleisten, angefangen von der Gewinnung textiler Rohfasern über umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung bis zur Kennzeichnung der Endprodukte und dadurch Produktsicherheit für den Endverbraucher zu bieten. Textilverarbeiter und -hersteller sollen ihre ökologisch erzeugten Textilprodukte mit einer Zertifizierung anbieten können, die auf allen relevanten Märkten anerkannt wird.“ (http://www.global-standard.org/de/the-standard/general-description.html 25.10.2013)

Als Grundlage für seine sozialen Mindestkriterien dienen dem GOTS die Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Richtlinien richten sich gegen Zwangsarbeit, Kinderarbeit, übermäßige Arbeitszeit, Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht, Hautfarbe oder politischer Meinung, und setzen sich ein für das Recht auf Vereinigung und Organisation von Arbeitnehmern, fairen Lohn und faire Arbeits- und Anstellungsrahmenbedingungen.

Die WFTO steht für die Einhaltung fairer Arbeits- und Handelsbedingungen und hat es sich zum Ziel gesetzt, gerade kleinere, wirtschaftlich benachteiligte Produzenten darin zu unterstützen, sich einen Platz auf dem Markt zu erarbeiten und auch zu behalten, damit sich ihre Lebensumstände nachhaltig verbessern. Unsere Hängematten und Hängesitze werden in einem kleinen Betrieb in Südindien hergestellt. Dieser Betrieb ist WFTO-zertifiziert. Viele junge Männer und Frauen bekommen dort einen guten Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Die medizinische und soziale Versorgung der Arbeiterinnen und Arbeiter und ihrer Familien ist sichergestellt und den Kindern wird eine gute Schulbildung ermöglicht.

Für weitere Infos: GOTS (www.global-standard.org), WFTO (www.wfto.com)